Blasenschleier schützt Wale

Montag, 13. Februar 2012

Der Trianel Windpark Borkum 60 Kilometer vor der ostfriesischen Küste ist trotz der schwierigen Wetterlage im Zeit- und Kostenplan. Fünf Monate nach Baubeginn sind inzwischen 26 der insgesamt 40 Gründungsstrukturen in den Meeresboden gerammt. Erstmals in Deutschland wurde bei diesem Projekt, an dem die Stadtwerke Herten beteiligt sind, erfolgreich ein Unterwasserschallschutz eingesetzt. Der sogenannte „große Blasenschleier“ soll die streng geschützten Schweinswale in der Nordsee vor Hörschäden schützen.

Trianel und der Naturschutzbund Deutschland NABU stellten jetzt die Zwischenergebnisse der Begleitforschung zum Schallschutz vor. „Die Energiewende bringt ernstzunehmende Eingriffe in die Natur mit sich. Für den NABU gilt es, die Auswirkungen auf bedrohte und rechtlich geschützte Arten auf ein Minimum zu reduzieren. Das geht nur im streitbaren, aber auch konstruktiven Dialog mit den Investoren“, sagte NABU-Experte Elmar Große Ruse.

Trianel habe noch vor Baubeginn über die Frage des Schutzes der Schweinswale in der Nordsee diskutiert. Die Zwischenergebnisse zum Schallschutz, so Große Ruse, seien vielversprechend: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Energieversorger beim Umweltschutz vorangehen, hier haben die am Trianel Windpark Borkum beteiligten Stadtwerke vorbildlich für die Branche gehandelt.“

Der Geschäftsführer des Trianel Windpark Borkum, Klaus Horstick, erläutert: „Die Offshore-Genehmigungen schreiben die Einhaltung eines Lärmschutzrichtwertes von 160 Dezibel dB in 750 m Entfernung von der Schallquelle vor. Die Brisanz dieses Wertes liegt darin, dass es bislang keine Technologie am Markt gibt, die den Wert sicherstellt. Mit dem großen Blasenschleier scheinen wir gemeinsam mit unseren Partnern nun einen Weg gefunden zu haben, den Schallschutz einzuhalten.“

50.000 Schweinswale leben nach aktuellen Angaben in der deutschen Nordsee: Auf dem 56 Quadratkilometer großen Gelände des Trianel Windpark Borkum schätzen Biologen die Population auf 50-100 Individuen. Jedes einzelne Tier ist strengstens geschützt, für den NABU ist die Forderung daher klar. Elmar Große Ruse: „Solange noch kein schonenderes Verfahren zur Gründung der Windräder auf See etabliert ist, muss technischer Schallschutz wie beispielsweise der große Blasenschleier ab sofort Standard sein."

Die Technik ist denkbar einfach. Ein perforierter Schlauch wird in einem Radius von 80-100 Metern um die gesamte Baustelle gelegt. Die Befüllung erfolgt mit Pressluft, so dass ein Vorhang aus Blasen vom Meeresboden bis an die Oberfläche aufsteigt. Der Düsenschlauch hat eine Länge von rund 500 Metern und ein Gesamtgewicht von 5 Tonnen.

Der Schall entsteht durch die Rammschläge, die beim Einbringen der Pfahlfundamente des Offshore-Windparks in den Meeresgrund entstehen. Die beim Trianel Windpark Borkum rund 30 Meter langen Pfähle werden jeweils mit über 1000 Rammschlägen in den Meeresgrund getrieben. Der Blasenschleier ist für die Schallwellen ein Hindernis, welches den Schallpegel auf 10 Prozent der Ursprungsstärke mindert und das Gehör von Meeressäuern schützt. Schweinswale navigieren im Wasser durch Klicklaute und mit dem Gehör.

Quelle: Pressedienst Stadtwerke Herten

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