Dienstag, 26. Juni 2012
Trotz der Steigerung der Kosten für Dieselkraftstoff um rd. 700.000 € pro Jahr erzielte die Vestische im Jahr 2011 ein nach eigenen Angaben "beachtliches" Wirtschaftsergebnis. „Gegenüber der vom Aufsichtsrat genehmigten Planung reduzierten sich die Finanzierungs-Verpflichtungen der kommunalen Gesellschafter um rd. 1,7 Mio €“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende, Landrat Cay Süberkrüb, bei der Bilanzpressekonferenz des Nahverkehrsunternehmens. „Ungeachtet der schwierigen Rahmenbedingungen leistete das Unternehmen damit einen wichtigen Beitrag, um die bedienten Städte und den Kreis bei der Bewältigung der großen finanziellen Probleme zu unterstützen.“
Der Zuschussbedarf lag 2011 bei 25,1 Mio € und damit in etwa auf dem Vorjahresniveau. Maßgeblich für die deutliche Planunterschreitung waren die Erlöse aus dem Ticketverkauf. Sie stiegen um 4,3 Prozent oder 1,8 Mio € gegenüber dem Vorjahr. „Dabei ist besonders bemerkenswert, dass die Mehrerlöse über der durchschnittlichen Tarifanpassung des VRR lag, die 3,0 Prozent betrug“, so Cay Süberkrüb.
Geschäftsführer Martin Schmidt nannte für die gestiegenen Ticketeinnahmen vor allem zwei Ursachen. Zum einen führte die Vestische im Jahr 2011 die neue elektronische Einstiegskontrolle (EKS) für alle Chipkarten ein. Die elektronische Ticketkontrolle ermöglicht es, gesperrte Tickets aus dem Umlauf zu nehmen. „Damit wird der kontrollierte Einstieg verbessert und die Schwarzfahrerquote gesenkt, die bei der Vestischen Straßenbahnen bislang für einen jährlichen Fehlbetrag von rund 650.000 Euro sorgten. Erste Ergebnisse zeigten, dass dieser Fehlbetrag um monatlich rd. 40.000 Euro gesenkt werden konnte“, sagte Martin Schmidt.
Zum anderen geht der allgemeine Trend wieder in Richtung Bus und Bahn. „Die Spritpreis-Entwicklung treibt einerseits unsere Sachkosten in die Höhe. Anderseits haben viele Autofahrer den Taschenrechner rausgeholt und nutzen zu bestimmten Fahrtzwecken vermehrt öffentliche Verkehrsmittel.“ So entschieden sich im Jahr 2011 insgesamt 63,5 Mio Kunden für das Mobilitätsangebot der Vestischen. Nach zwei Jahren der Stagnation stiegen die Fahrgastzahlen erstmalig wieder an. Und zwar um 600.000. Dies ist ein Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Ein positiver Trend wird auch bei den Tickets im Abonnement sichtbar. Rund 55.500 Kunden besitzen im nördlichen Ruhrgebiet ein Ticket im Abonnement. „Damit bewegen sich die Absatzzahlen bei der Vestischen auf erfreulich hohem Niveau. Der Abo-Bereich sichert weit über 50 Prozent der Ticketeinnahmen“, so Martin Schmidt.
Im Rückblick auf das letzte Geschäftsjahr hob der Geschäftsführer auch die Investitions-Bemühungen der Vestischen hervor, die einen Beitrag zur Luftreinhaltung darstellen. „So war nicht nur die Beschaffung von 11 Linienbussen mit der Abgasstufe EEV, dem gegenwärtig anspruchsvollsten europäischen Abgasstandard für Busse und Lkw, ein echtes Investment für den Umweltschutz. Seit September 2011 sind auch zwei Dieselhybrid-Gelenkbusse bei der Vestischen vornehmlich auf den stark frequentierten SB-Linien unterwegs und werden auf Herz und Nieren getestet.“
„Wenn man über das Jahr 2011 bei der Vestischen spricht, kann man den Großbrand im Betriebshof Bottrop nicht unerwähnt lassen“, meinte Cay Süberkrüb. Das Wirtschaftsjahr 2012 stehe ganz im Zeichen der Reorganisation der Fahrzeugflotte und des Wiederaufbaus der Bottroper Fahrzeughallen. Aber das Unglück hat letztlich ein gutes Ende: Ende 2012 wird ein Anteil von rund 81 Prozent des Fahrzeugparks mit grüner Plakette ausgestattet sein. Das Durchschnittsalter der Busse sinkt auf 4,2 Jahre. „Insofern wird die Vestische Straßenbahnen GmbH über eine der modernsten Fahrzeugflotten der Bundesrepublik verfügen.“
Quelle: Pressedienst Vestische