Sonntag, 01. Juli 2012
Bereits zum zwölften Mal legte die gesamte Metropole Ruhr eine ExtraSchicht ein und feierte am Samstag (30.6.2012) ihr industrielles Erbe mit viel Licht, Musik und Theater. Move on Ewald - Bewegung, so lautete das Motto am Standort Ewald. (direkt zur Fotostrecke1 und zur Fotostrecke2)
Bei der langen Nacht der Industriekultur sorgten ab 18 Uhr Führungen, Bilder, Illuminationen, Walk Acts, für ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm und diverse Fortbewegungsmittel zum Ausprobieren für reichlich Bewegung. Im Schatten des Förderturms der Zeche Ewald gab es für mehr als 20.000 Besucher ein vielfältiges Programm zu bewundern.
Auf der Bühne sorgten Coverbands, wie „Voices in Town“ und „Chess & Ladies“ sowie die Police-Coverband „Reggatta de blanc“ für gute Stimmung bei den Besuchern. Bis tief in die laue Nacht hinein, konnte man zu den Klängen der Musik die wechselnden Bilder auf den Zechenfassaden bestaunen. Auf dem Doncaster Platz herrschte die ganz Nacht hindurchein ein munteres Treiben. Grillbuden und Crepes-Ständen waren stets von Hungrigen umlagert.
Lange Warteschlagen gab es für Besucher, die sich einen Einblick in die Travestie-Kunst gönnen wollten. Im stündlichen Rhythmus konnten sich die Besucher in der ehemaligen Heizzentrale des Bergwerkes einen Eindruck über die Travestieshow im Revuepalast Ruhr verschaffen. Hier begrüßte das Ensemble, Femme Fatale, die Gäste im typischen Bergmanns-Outfit und spielten Auszüge aus ihren Programmen. Die Verbindung zwischen Show und Industriekultur erleben die Künstler jedes Mal, wenn sie sich für die Show vorbereiten. Inmitten von Kleidern, Schminkutensilien und Perücken steht noch die alte Dampfmaschine und erinnert an vergangene Zeiten.
Futuristisch wirkende riesige, fahrende Zeitmaschinen vermittelten das Thema „Vergangenheit und Zukunft“. Die Timecruiser des Albacus Theater, waren auf dem ganzen Zechengelände mit ihren futuristischen Gefährten unterwegs.
Wer selber aktiv werden wollte, konnte einen Segway Parcours oder ein E-Bike ausprobieren. Und wer sehen wollte, was man mit BMX-Rädern alles anstellen kann, der konnte sich Inspirationen bei der Stunt Scooter Action holen.
Dem Himmel einen Stück näher, kam man auf den begleiteten Touren in den Landschaftspark Hoheward. Oben angekommen, hatte man von einen wunderschönen Blick über das Veranstaltungsgelände. Und wer den Aufstieg auf den Förderturm der Zeche Ewald nicht scheute, konnte einen schönen Rundblick genießen.
Im ehemaligen Förderschachthaus stellten die Künstler Ditta Wüst, Kerstin Cismowski und Gitte Becker ihre Kunstwerke aus, wobei die Fotografien als visuelle Kommunikation zwischen den einzelnen Künstlern und den Betrachter fungierte. Aber auch hier hieß es teilweise aufgrund des hohen Besucherinteresses: Vor der Kunst kommt das Warten.
Unter dem Schachtgerüst 2, konnte man Kunstwerke des Künstlers Iskender Gider bestaunen. Zur Extraschicht eröffneter er seine Ausstellung „Wandervögel“. Hier erweckt er alte Auspuffteile, in Form von Storchengestalten zu neuem Leben. In den Abendstunden erschienen diese Metallstörche in einem besonders anziehenden Licht.
Parallel zu allen Veranstaltungen führten Mitarbeiter des Tourismusbüro Herten Interessierte durch die denkmalgeschützten Gebäude des Standortes.
Für viele Besucher der Extraschicht begann der Abend erst mit Eintritt der Dunkelheit. Spektakuläre Lichtprojektionen der Lichtdesigner von „leucht-werk“ und der „Illuminist“ verwandelten die historischen Fassaden in eine Großbildleinwand. Die Projektionen wurden extra auf diese Gebäudeteile zugeschnitten und gaben dem Zechengemäuer ein vollkommen anderes Bild. Auch das ehemalige Schachtgerüst verschwamm im bizarren Lichtschauspiel. Ein Paradies für alle fotobegeisterte, die zahlreich Ihre Stative aufbauten, um diese besonderen Motive einzufangen.
Die Verbindung von Livemusik, Kunst, Illumination im Schatten des Industriedenkmales Zeche Ewald machte diese Nacht zu einem besonderen Erlebnis. Immer wieder gab es auf dem Gelände etwas Neues zu entdecken, immer wieder gab es überraschende Momente, die den Abend abwechslungsreich gestalteten.
Text: Wolfgang Schieren
Wer Interesse hat an dem Querschlag nach Herne, zur Künstlerzeche Unser-Fritz, der kann sich die halloherne-Fotostrecke anschauen.
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